Weltbodentag 2019

Am Weltbodentag steht der Boden – die Hauptgrundlage unserer Nahrung – im Mittelpunkt. In diesem Jahr lautet die Schwerpunktkampagne „Stoppt die Bodenerosion, rettet unsere Zukunft“.

Durch Erosion werden Nährstoffe und organische Stoffe dem Boden entnommen, manchmal in sehr kurzer Zeit. Das macht die Folgen der Bodenerosion im Vergleich zu anderen Formen der Bodendegradation greifbarer.

Der Rückgang der organischen Bodensubstanz, der Verlust der Bodenstruktur und der biologischen Vielfalt, die Bodenverschmutzung und die Wüstenbildung sowie die Folgen der Bodendegradation sind ebenfalls schwerwiegend, jedoch nicht direkt mit unmittelbaren Nährstoffverlusten verbunden.

Was ist der Wert des Bodens?
In einer kürzlich durchgeführten BCG-Studie waren externe Umweltkosten in der deutschen Landwirtschaft eines der Hauptthemen. Die intensive Bodennutzung hat ihren Preis: 0,9 Milliarden Euro in Deutschland, basierend auf der europäischen Bodenstrategie. Obwohl dieser Preis hoch klingt, bewertet BCG ihn als zu niedrig. Zusätzlich wurde dieser Bodenwert nur aus den Reparaturkosten der Erosionsverluste berechnet. Wenn wir jedoch die Verschlechterung der Böden wirklich schätzen, sind die Kosten angesichts der oben genannten Faktoren viel höher.

Kümmern wir uns nicht um unsere Böden, entstehen negative Rückkopplungsschleifen, die nicht nur für unsere Umwelt kostspielig sind, sondern auch unsere Ernährungssicherheit gefährden.

Gesamtwert des Bodens
Die Monetarisierung negativer und positiver Umweltauswirkungen ist eine relativ neue Disziplin. Sie hilft, die Bedeutung des Naturkapitals anzugehen, und fügt aus Gründen der Vergleichbarkeit eine Währungseinheit hinzu. Der Gesamtwert, den gesunde Böden für die Lebensmittelproduktion bringen, war und ist vielen Landwirten weltweit bekannt. Aber diese Erkenntnisse scheinen teilweise aus dem Bick geraten zu sein, betrachtet man zum Beispiel die aktuelle westeuropäische Diskussion zu Nitrat.

Wir wollen den Weltbodentag nutzen, um einige Pioniere wieder ins Blickfeld zu rücken.

Der alternative Nobelpreisträger 2018 ist Yacouba Sawadogo. Der Bauer aus Burkina Faso ist bekannt als „Der Mann, der die Wüste aufgehalten hat“. In einem halbtrockenen Klima verfolgt er eine sehr erfolgreiche Methode, um junge Pflanzen vor Trockenheit und Winderosion zu schützen. Er schafft „Mini-Dünen“ – kleine Bodenwandgruben gegen die vorherrschende Windrichtung, die er mit Kompost anreichert. Dies zieht Termiten an, die dem Boden organisches Material hinzufügen, was zu einer höheren Wasserhaltekapazität und einem höheren Ertrag führt.

Der zweite alternative Nobelpreisträger des letzten Jahres, Tony Rinaudo – auch bekannt als „Der Mann, der die Wüste begrünt“ – arbeitet mit einer ähnlich effektiven Methode. Er nutzt die Wurzeln alter Bäume, um  in degradierten Wüstengebieten wieder Landwirtschaft zu ermöglichen. Die alten Baumwurzeln sind noch da und sprießen. Wenn die Bauern die Baumsprossen nicht abschneiden, sondern beschneiden, können neue kleine Bäume den Boden zusammenhalten, vor Erosion schützen und eine dürreresistente Landwirtschaft ermöglichen.

Vorreiter bei der Steigerung des Bodenwerts
Maßnahmen zur Wertsteigerung des Bodens sind nicht nur am Weltbodentag von größter Bedeutung. Viele Pioniere und Vorreiter in Bezug auf bewährte Verfahren und regenerative Landwirtschaft arbeiten kontinuierlich an der Verwirklichung einer besseren Landwirtschaft zur Steigerung des Bodenwerts.

Die Monetarisierung des Bodenwerts ist eine große Aufgabe. Soil & More Impacts beschäftigt sich seit vielen Jahren damit. Und das aus guten Gründen, denn die Monetarisierung des Naturkapitals bringt die Bedeutung des Bodens aus den Gummistiefeln der Landwirte auf den Schreibtisch im Sitzungssaal der Lebensmittelunternehmen.